• Sissy

Wir wollen ein Kind - oder wie aus 1+1 fast 5 wurden...

Wir wollen ein Kind. Nach unserer Hochzeit 2003 war auch das schnell klar. Meinem Körper war es aller Prognosen meiner Frauenärztin entgegen sogar noch schneller klar als uns allen. Pille abgesetzt und "ZACK" ... Im ersten Zyklus schwanger. Unsere Freund flachsten noch rum "Zwillingsschablone im Keller", "Einfach kann jeder"....

Um vor dem Auslandsaufenthalt meines Mannes Gewissheit zu haben folgte der Besuch beim Gyn. Na herzlichen Glückwunsch sie bekommen EIN Baby. Wir haben extra nochmal gefragt, aber ausser das sie lachte und es abtat war nichts. Da war es nun, unserer Baby. Und es war EIN kleiner süßer Punkt. Also unsere Freunde darüber informiert das wir nun EIN kleines Wunder erwarten. 2 Wochen später war ein Kontrolltermin angesetzt, und nun ratet mal. Aus EINem Baby wurden nun 2 Babys. Nachdem der erste Schock verdaut war und wir ja wussten es ist zu schaffen, freundeten wir uns zügig mit dem Gedanken an. Doch dann kam 2 Wochen später der Hammer. Nun sollten es plötzlich Drillinge sein. Ich war entsetzt. Wohin in einer 76qm Wohnung? Das Auto viel zu klein, der Kinderwagen so riesig, keine 3 Arme, Frühgeburt, .... Fragen, Ängste.

Den ersten Schock überwunden hielten wir es dann doch eher mit positiven Versuchen in eine tolle Zukunft zu blicken. Dann sollen es eben 3 sein, auch das schaffen wir, denn wir sind stark zusammen. 4 Wochen lang waren wir im Taumel der Drillingsschwangerschaft, informierten uns was es an Hilfen gibt und wo wir Unterstützung finden würden. Nach 4 Wochen zeigte eine weitere Untersuchung allerdings das es der eine kleine Murkel in meinem Bauch nicht schaffen wird. Doch was jetzt???? Ein Abgang würde alle anderen auch gefährden. Und ein verbleiben würde eventuell zu einer Vergiftung führen. Nun hieß es Risikoschwangerschaft. Engmaschige Kontrollen und bangen.

Um das ganze abzukürzen durfte ich in SSW 37+3 Meine beiden Jungs gesund im Arm halten. Eine Untersuchung der DNA würde angeordnet, um zu wissen was für ein Geschlecht unser Sternenkind gehabt hätte. Ihre Schwester nannten beide später Lucy. Nach 5 Tagen Klinik, 3 davon auf Intensiv, dürften wir nach Hause. Die Freude war riesig. Wir pendelten uns schnell ein. Nach 2 Tagen riss mir die Sectionaht wieder auf und es hieß 2 Wochen Bettruhe. 10 Wochen sekundäre Heilung... also 10 Wochen nicht richtig bewegen... Dennoch pegelte sich der Tag mit den Kids gut ein, im Haushalt halfen mein Mann und meine Mutter, die die ganze Zeit bei uns wohnte.

Nach 10 Wochen war ich dann das erste mal allein. Alles lief gut. Die 3 Monatskolliken verschwanden bald und ein wenig langweilte ich mich ja schon das erste Jahr. Das ließ nach, als ich wieder anfing zu Arbeiten und die Jungs allein zu laufen. Alles in allem durchlebten wir Höhen und Tiefen. Unsere Jungs schliefen früh durch, aber es gab auch immer wieder Phasen wo dies nicht der Fall war. Manchmal gingen diese Phasen auch einige Monate. Zwillingssprache ist auch ein tolles Ding. Genau wie Bockphasen, Trotzphasen, Wutphasen, Zähne, trocken werden.....

Ich kann euch beruhigen, irgendwann gehen sie alle aufs Klo. Und irgendwann schlafen sie mehr als euch lieb ist. Ich habe Brote falsch geschnitten, Becher vertauscht, Pflaster nicht richtig geklebt, aus versehen aufgeräumt was stehen bleiben sollte, Dinge weg getan die wichtig waren wie Steine, Zeichnungen nicht aufgehoben die mit viel liebe zum Detail gemalt wurden (150 Stück an einem Tag), Geschenke an mich weg gegeben (Steine und Kastanien), und vieles mehr. Wir haben ganz tolle Zeiten gehabt in denen es einfach nur Spaß machte und Zeiten in denen wir verzweifelt und kaputt waren. Jede Zeit hat eben gutes und weniger schönes zu bieten.

Unsere Jungs waren und sind Jungs. Ich finde sie dürfen sich mal raufen und auch toben. Was mich nach wie vor aber immer wieder auf die Palme bringt sind diese Sticheleien und Rivalitäten untereinander. Ich und auch andere empfinden das es stärker ist als bei normalen Geschwisterkindern. Ich glaube bei Zwillingen ist es eben doch anders. Ich hab damals im Kiga bereits empfohlen das sich in einen Streit der beiden keiner einmischen solle, es sei denn es wird zu rabiat. Auch heute ist es noch so. Geht jemand dazwischen und ergreift Partei für einen, zb dadurch das er den anderen weg schubst, bekommt er von dem den er geholfen hat eine verpasst weil er seinen Bruder geschubst hat. Blut ist eben dicker als Wasser.

Wir sind nun in der Pubertät angekommen.

Und hier ist es wie im Kleinkindalter, nur in 1,80m Größe. Sie haben Bock und Trotzphasen. Die Synapsen die man in mühevoller Arbeit über Jahre verknüpft hat platzen alle wieder auseinander. Beibringen ist jetzt nicht mehr.... jetzt ist hoffen angesagt. Werte und Grundlegende Dinge sind vermittelt. Jetzt müssen wir hoffen das sie sich daran erinnern wenn sie es benötigen. Im Moment sieht es noch ganz gut aus. Mit 14 wissen sie sich doch durchaus zu benehmen. Zu Hause ist das was anderes. Aber das war es schon immer.

Eltern sollten bedingungslos lieben. Und wenn die Kids sich schon den ganzen Tag ein gutes Benehmen an den Tag legen müssen dürfen sie zu Hause ruhig auch mal ausklinken.... Wir waren und sind in unserer Erziehung eigentlich immer recht locker gewesen. Also es gab Grundregeln und natürlich auch Dinge die nicht durchgelassen wurden. Es wurde mal geschimpft und viel erklärt. Sie haben die Grundregeln verinnerlicht so das wir momentan auf besondere Regeln verzichten können. So fragen sie immer ob sie sich was süßes nehmen dürfen, obwohl sie nie hätten fragen müssen, da es immer offen stand. Sie sagen von allein wann sie wieder zurück sind und wo sie hingehen. Sollten Sie es mal vergessen kann ich auch nachfragen und bekomme prompte Antworten. Mir geht es dabei nicht um Kontrolle und das wissen sie , sondern darum das ich weiß wo ich mich hin wenden muss falls was ist. Zb beim Kumpel anrufen wenn Handy aus und Bescheid geben das irgendwas ist, oder zu wissen wann ich sie wo abholen soll. Sie haben uneingeschränkte Medienzeit, so dass sie jederzeit Intenet ect. nutzen können. Auch die Schlafenszeit wird nicht reguliert, sie müssen selbst klarkommen wenn sie am Tage müde sind. Was sie zum Beispiel nicht gut können ist das Zimmer aufräumen. Aber es ist ihrs und wenn Besuch droht geht das plötzlich wie von allein.... Mädchen sei dank, die kann "Mann" ja nicht im Chaos empfangen. Ein wenig Faulheit scheint auch dazuzugehören. Die Noten könnten besser sein. Aber ohne sind sie auch noch gut. Sozial engagiert in der Feuerwehr sind sie und seit Jahren wird Fußball gespielt. Nun hoffen wir das wir die nächsten Jahre auch so überstehen. Viel zu schnell verging im Nachhinein die Zeit bis jetzt. Genießt jeden Augenblick. Sie werden einfach zu schnell groß.

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